Gunter Gabriel
„Wer einmal tief im Keller saß“ - Gunter Gabriel liest aus seiner Autobiographie und spielt seine größten Hits!
Ein Stuhl, ein Pult, eine Lampe, das Buch, ein Mikrofon, eine Gitarre und ein Freund, der ihnmit der E-Gitarre begleitet - und ab geht die Post.Die Nachrufe lagen längst in der Schublade. Sie erzählten, dass es kam, wie es kommenmusste – die übliche, tragische Geschichte: Vom Tellerwäscher zum Millionär und wiederzurück. Etwas voreilig, denn er ist noch da. Wieder da, möchte man sagen. Das Wort„Comeback” will Gunter Gabriel in diesem Zusammenhang allerdings nicht hören, „ganzeinfach, weil ich immer mit dem Arsch am Wackeln war. Vielleicht könnte man eher sagen:Dies alles ist einfach ein schönes Finale für mein Leben.”
Gunter Gabriel hat sein Leben aufgeschrieben. Technisch betrachtet enthält das Buch 200Seiten. Ereignisse bietet es jedoch weit mehr, als sie ein halbwegs normaler Werdegang jevertragen könnte. In seinen unverkennbar eigenen Worten erzählt er eine deraußergewöhnlichsten Biografien der vergangenen Jahrzehnte. Gunter Gabriel hat ne Mengemitgemacht, Millionen von Kilometern auf dem Tacho des Lebens. Nicht alles nur rosigeZeiten, nein. Aber auf jeden Fall keine langweiligen Zeiten. Es war immer spannend,manchmal gespenstisch, meist höchst interessant und romantisch aber auch gefährlich undschön. Er schont sich nicht, auch nicht in den ausführlichen Passagen, die von seinen vielenAufstiegen und Stürzen handeln, von Liebe und Affären, von massiven Konflikten, ob mitsich selbst, der Staatsgewalt oder anderen Autoritäten, die Gunter Gabriel nur schwerakzeptieren kann. Depressionen, finanzieller Ruin, Momente, in denen er dem Tod mit mehrGlück als Verstand von der Schippe springt – Gunter Gabriel lässt nichts aus. All das undwie man so manche Stürze überlebt und trotzdem glücklich ist – erfahren die Zuhörer beiseiner Lesung mit Musik.„Ich bin nie über das Vorwort hinausgekommen – die Leute bombardierten mich förmlichmit Zwischenrufen und –fragen.“ Und dann stürmt er bisweilen auch zu den erstauntenHörern hinunter, zwängt sich zwischen die Reihen und ist so nahe bei den Leuten – nähergeht nicht. Als Bonbon dann seine Songs. Wie und wo sie entstanden, und wie sie sich pur,einfach nur mit Gitarre, anhören.
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